Sie haben eine Anklage erhalten?

Wird vom Gericht oder von der Staatsanwaltschaft eine Anklage zugestellt, bricht für den Betroffenen oft eine Welt zusammen. Viele Fragen und Sorgen beschäftigen ihn. Nicht zuletzt wird auch die Verhängung erheblicher Strafen angedroht.

In dieser Situation ist es daher umso wichtiger, nicht unüberlegt auf die Anklageschrift zu reagieren. Fehler durch ein vorschnelles Handeln können im weiteren Verfahren kaum noch ausgeglichen werden.

Meine Kanzlei ist ausschließlich auf dem Gebiet der Strafverteidigung tätig. Ich stehe Ihnen bundesweit im gesamten Verfahren zur Seite, und setze mich konsequent für die Wahrung Ihrer Rechte ein.

Rufen Sie uns an oder senden Sie uns eine e-Mail. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme und helfen Ihnen in dieser schwierigen Situation gern weiter!

Rechtsanwalt Kujus Mitglied Arbeitsgemeinschaft Strafrecht des Anwaltverein
Rechtsanwalt Kujus Mitglied im Anwaltverein Leipzig
Forum Junge Anwaltschaft

So verhalten Sie sich nach einer Anklage richtig

1. Ruhe bewahren!

Es fällt schwer, aber: Bewahren Sie Ruhe!

Auch wenn Panik und Unsicherheiten über das Strafverfahren und das weitere Vorgehen vorherrschen, ist es absolut wichtig, dass Sie sich die Anklageschrift zunächst gründlich und mehrfach durchlesen.

Machen Sie sich mit dem Tatvorwurf vertraut. Versuchen Sie, sich an die Geschehnisse der Ihnen vorgeworfenen Tat zu erinnern. Versuchen Sie sogleich, sich an etwaige Beweismittel zu Ihren Gunsten zu erinnern und diese zu sammeln. Sichern Sie notfalls sämtliche Unterlagen (Nachrichten, Schriftstücke, Verträge etc.) – Nichts wäre so verheerend wie der Verlust von möglicherweise entscheidenden entlastenden Beweismitteln.

2. Geben Sie keine Stellungnahme ab

Es ist menschlich verständlich, dass die Betroffenen dem Gericht so schnell wie möglich eine Stellungnahme zukommen lassen wollen, um den Sachverhalt „richtig zu stellen“. Das wäre fachlich aber grob falsch!

Von der Abgabe einer eigenmächtigen Stellungnahme kann nur dringend abgeraten werden. Im Strafverfahren gilt umso mehr: „Schweigen ist Gold“. Sie sind als Angeklagter nicht verpflichtet, irgendeine Aussage zu machen. Dies kann Ihnen weder negativ angelastet noch als Schuldeingeständnis ausgelegt werden. Von Ihrem prozessualen Schweigerecht sollten Sie auch umfassend Gebrauch machen.

Das Schweigen bedeutet freilich nicht, dass nicht zukünftig im Verfahren noch eine Erklärung abgegeben wird. Diese sollte allerdings frühestens nach Einsicht in die Ermittlungsakte und nach vorherige Rücksprache mit einem Strafverteidiger erfolgen.

Behalten Sie im Hinterkopf: Der Staat strebt eine Verurteilt an – Schon aus diesem Grund verbieten sich vorschnelle Schüsse.

3. Beauftragen Sie einen spezialisierten Anwalt für Strafrecht

Grundsätzlich steht es Ihnen natürlich frei, ob Sie einen Rechtsanwalt mit der Strafverteidigung beauftragen.

Allerdings hat nur ein Rechtsanwalt die Möglichkeit, umfassende Akteneinsicht zu beantragen. Ebenso kann nur ein Strafverteidiger die Einhaltung Ihrer prozessualen Rechte im Strafverfahren gewährleisten. Schließlich ist auch nur ein Rechtsanwalt fachlich dazu in der Lage, Ihren Fall juristisch zu prüfen, und eine auf den Einzelfall abgestimmte Verteidigungsstrategie zu entwerfen.

Es sollte stets bedacht werden, dass der Staat bestrebt ist, Ihnen einen Straftat nachzuweisen. Schon aus Gründen der „Waffengleichheit“ sollten Sie den Kampf gegen die Anklage nicht ohne anwaltlichen Beistand aufnehmen.

Was ist überhaupt eine Anklage?

Wird ein Strafverfahren eingeleitet, ermittelt zunächst die Polizei den Sachverhalt. Es werden also Beweismittel gesichtet, Zeugen gehört und versucht, mittels einer Vorladung auch von dem Beschuldigten eine Aussage zu erlangen. Dabei soll die Polizei zwar auch zu Gunsten des Beschuldigten ermitteln – in der Praxis sind diese Bemühungen allerdings nahezu ausgeschlossen.

Am Ende des Ermittlungsverfahrens entscheidet die Staatsanwaltschaft über den weiteren Fortgang. Kann ein Tatnachweis nicht geführt werden, ist das Verfahren einzustellen. Sieht es die Staatsanwaltschaft hingegen als erwiesen an, dass der Beschuldigte die ihm vorgeworfene Tat begangen hat, wird sie entweder einen Strafbefehl beantragen oder eine Anklage zum Gericht senden. Ein Strafbefehl wird dabei in der Regel bei kleineren Delikten in Betracht kommen, wenn keine öffentliche Hauptverhandlung erforderlich ist. Nach einer Anklage findet hingegen in der Regel eine Beweisaufnahme im Rahmen einer Gerichtsverhandlung statt. Am Ende steht ein Urteil.