Wenn Laien klagen

Es scheint eine Eigenart von juristischen Laien zu sein, Rechtsstreitigkeiten stets selbst lösen zu wollen, und gleichzeitig bei anderen Problemen, die den eigenen fachlichen Horizont übersteigen, selbstverständlich zu Ärzten, Architekten oder Handwerkern zu gehen.

Da werden komplexe Forderungsschreiben selbst formuliert oder gleich ganze Klagen anhängig gemacht. Das geht dann auch solange gut, wie die Gegenseite die Forderung bezahlt oder ihre eigenen Ansprüche nicht weiter geltend macht. Sobald sie sich jedoch wehrt, wird es haarig.

Gerade eben habe ich wieder eine Klageschrift eines Laien auf dem Tisch, der meinen Mandanten auf Zahlung aus einem angeblich geschlossenen Vertrag verklagt hat.
Nicht nur, dass gleich ganz darauf verzichtet wurde, Beweise für die behauptete Forderung anzubieten – Der Kläger verzettelt sich auch noch in ausschweifenden und vollkommen nebensächlichen Ausführungen. Und wenn schon einmal Argumente angebracht werden, dann sprechen die auch noch gegen den eigenen Vortrag. Alles in Allem ein sehr konfuses Kunstwerk.

Da möchte man am liebsten den Klageantrag durchstreichen, ein großes „Was soll das?!“ dazu schreiben, und das Ganze zurückschicken. Aber Nein, das geht ja nun auch nicht – Also schreibt man eine schöne Klageerwiderung, für die man erst einmal die ganzen wirren Ausführungen ordnen musst, um sie dann einzeln zu widerlegen. Da freue ich mich schon auf die Hauptverhandlung

Also: Wer schon klagt, sollte nicht am Anwalt sparen…