Tankinhalt als Schadensposition bei Verkehrsunfall

05.09.2012|
  • Falsche Versicherung an Eides statt Strafe

Ist es zu einem Verkehrsunfall gekommen, stellt sich insbesondere bei den derzeitigen Spritpreisen die Frage, ob auch der Tankinhalt zum Unfallzeitpunkt ersatzfähig ist.

Dies ist grundsätzlich zu bejahen, und wurde auch zuletzt wieder gerichtlich bestätigt (AG Germersheim, Urt. v. 08.03.2012 sowie LG Landau/Pfalz, Urt. v. 26.08.2011).

Dennoch wird die Regulierung von den Versicherern zumeist abgelehnt.

Gern wurde und wird von den Versicherungen entgegen gehalten, der Eigentümer des Fahrzeuges könne das Benzin doch nach dem Unfall abpumpen.  Dies ist aber in aller Regel unzumutbar. Denn die durch die Beauftragung einer Fachfirma entstehenden Kosten werden den Wert des im Tank befindlichen Benzins regelmäßig übersteigen. Zudem kann ein eigenhändiges Abpumpen durch den Betroffenen aufgrund der Gefährlichkeit dieses Vorhabens nicht verlangt werden.

Oft wird auch eingewandt, dass der Tankinhalt doch zumindest in der Bestimmung des Restwertes durch den Sachverständigen inbegriffen sei. Es darf allerdings bezweifelt werden, dass der Sachverständige tatsächlich den Tankinhalt für die Restwertbestimmung begutachtet.

Letztlich stellt sich für den Betroffenen lediglich das Problem der Beweisbarkeit. Denn der Geschädigte muss nachvollziehbar darlegen können, wieviel Benzin zum Unfallzeitpunkt noch im Tank war und welchen Wert dieser hatte. Dieser Beweis kann regelmäßig nur dadurch erbracht werden, dass der Zeitpunkt des letzten Tankens, der hierfür gezahlte Preis und die seitdem zurückgelegte Strecke nachgewiesen wird. Dies kann auch durch Zeugen geschehen.