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Schlag auf Kamera: Notwehr

Was war geschehen?

Gegen den fast 60-jährigen Mann sollte vor dem Amtsgericht Hamburg wegen einer angeblich begangenen Körperverletzung zur Sache verhandelt werden.

Davon erfuhr ein Fotograf einer Boulevardzeitung und begann, den Angeklagten auf dem Weg zum Verhandlungssaal zu fotografierne. Ein ausdrückliches Einverständnis lag nicht vor.

Trotz der mehrmaligen Aufforderung das Fotografieren zu unterlassen, nahm der Fotograf weitere Bilder von dem Mann auf. Schließlich wurde es diesem zu bunt und er schlug mit der Hand gegen das Kameraobjektiv des Fotografen, wodurch dieser verletzt wurde.

Das Hamburger Oberlandesgericht hat nun mit Beschluss vom 05.04.2012 (Az.: 3-14/12) entschieden, dass der Mann in Notwehr gehandelt und sich damit nicht strafbar gemacht hat.

Insbesondere führte das Gericht aus, dass sich der Mann nicht auf das Bedecken seines Gesichts mit den Händen oder einer Tasche beschränken musste. Vielmehr durfte er alle Maßnahmen ergreifen, die notwendig waren, weitere Fotos auf effiziente Weise zu unterbinden.