Körperverletzung Anwalt

Körperverletzung

Eine Körperverletzung nach § 223 StGB begeht, „wer eine andere Person körperlich misshandelt oder an der Gesundheit schädigt.“

Eine körperliche Misshandlung liegt vor bei jeder üblen, unangemessenen Behandlung, durch die das Opfer in seinem körperlichen Wohlbefinden oder in seiner körperlichen Unversehrtheit mehr als nur unerheblich beeinträchtigt wird. Hierunter fallen insbesondere Tathandlungen, die beim Opfer Schmerzen, Wunden oder andere Verletzungen hervorrufen – also hauptsächlich Tritte, Schläge, der Einsatz von Pfefferspray (Tierabwehrspray) oder ähnliches.

Eine Gesundheitsschädigung ist jedes Hervorrufen oder Steigern eines pathologischen Zustandes. Hierunter fallen vorwiegend Fälle, bei denen der Verletzte mit einer Krankheit (z.B. AIDS, Geschlechtskrankheiten etc.) angesteckt wird.

Ob eine strafbare Körperverletzung vorliegt, ist in jedem Einzelfall gesondert zu prüfen.

Der Verletzte kann in eine Körperverletzung auch einwilligen. Dies wird relevant bei Sportverletzungen, sado-masochistischen Sexualpraktiken oder geplanten Schlägereien und Mutproben.

Strafen bei Körperverletzung

Für eine Körperverletzung droht eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren.

Dieser Strafrahmen betrifft den Fall der einfachen vorsätzlichen Körperverletzung. Bei anderen Deliktsformen der Körperverletzung können sich abweichende Strafrahmen ergeben. Andere Begebungsweisen sind die:

fahrlässige Körperverletzung
gefährliche Körperverletzung
schwere Körperverletzung
– Körperverletzung mit Todesfolge

Die Strafe im konkreten Einzelfall ist abhängig von der Art der Verletzung sowie dem Nachtatverhalten oder etwaigen Vorstrafen

Strafantrag bei Körperverletzung

Die Körperverletzung wird nach § 230 StGB nur auf Antrag verfolgt. Dies bedeutet, dass der Verletzte einen förmlichen Strafantrag stellen muss. Dieser unterscheidet sich von der bloßen formlosen Strafanzeige. Mit dem Strafantrag bringt der Verletzte zum Ausdruck, dass er eine Strafverfolgung der Tat wünscht.

Eine Strafverfolgung ist aber auch ohne Strafantrag möglich, wenn die Staatsanwaltschaft das „besondere öffentliche Interesse“ bejaht.

Anzeige wegen Körperverletzung

Üblicherweise wird der Beschuldigte durch eine Vorladung von der Polizei von der Strafanzeige wegen einer Körperverletzung in Kenntnis gesetzt. Möglich ist aber auch, dass direkt eine Anklage oder ein Strafbefehl zugestellt wird.

Auch hier gilt, dass der Beschuldigte nicht überstürzt handeln sollte, und insbesondere vor Akteneinsicht keine eigene Stellungnahme abgeben sollte.

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