Fahrlässige Körperverletzung Anwalt

Fahrlässige Körperverletzung

Eine fahrlässige Körperverletzung nach § 229 StGB begeht, wer die Verletzung fahrlässig, also gerade nicht vorsätzlich, verursacht.

Vorsatz liegt vor, wenn der Täter mit „Wissen und Wollen“ handelt. Fahrlässiges Handeln ist – grob gesagt – dann gegeben, wenn der Beschuldigte aus Unachtsamkeit gehandelt hat, und nicht gegen die Rechtsnorm verstoßen wollte. Bei fahrlässigem Handeln wird dem Betroffenen der Vorwurf gemacht, dass er die erforderliche Sorgfalt außer Acht gelassen hat.

Neben den besonders im Straßenverkehr besonders häufigen Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Taten fallen hierunter z.B. auch das nicht sichere Verwahren von Medikamenten oder Waffen, ärztliche Behandlungsfehler, oder bauliche Konstruktionsfehler.

Strafen bei fahrlässiger Körperverletzung

Die fahrlässige Körperverletzung wird mit einer Geldstrafe oder mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bestraft. Daneben sind noch andere Deliktsformen möglich, wie:

– einfache Körperverletzung
gefährliche Körperverletzung
schwere Körperverletzung
– Körperverletzung mit Todesfolge

Die konkrete Strafe ist natürlich abhängig vom jeweiligen Einzelfall. Dabei sind z.B. die Art der verursachten Verletzung, die Art der Begehung, das Nachtatverhalten des Angeklagten sowie ggf. vorhandene Vorstrafen zu berücksichtigen.

Fahrlässige Körperverletzung im Straßenverkehr

Besonders häufig ist die fahrlässige Körperverletzung im Straßenverkehr nach einem Verkehrsunfall anzutreffen, etwa wenn Fußgänger, Fahrradfahrer oder andere Fahrzeuge übersehen werden. Fahrlässiges Handeln liegt in der Regel vor, wenn eine Verkehrspflicht verletzt wurde, und es aufgrund dessen zum Unfall gekommen ist – etwa dem Überfahren einer roten Ampel, das Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit, ein zu geringer Abstand oder der Verstoß gegen ein Überholverbot etc. D

Strafantrag bei fahrlässiger Körperverletzung

Die fahrlässige Körperverletzung wird nach § 230 StGB nur auf Antrag verfolgt. Dies bedeutet, dass der Verletzte einen förmlichen Strafantrag stellen muss. Dieser unterscheidet sich von der bloßen formlosen Strafanzeige. Mit dem Strafantrag bringt der Verletzte zum Ausdruck, dass er eine Strafverfolgung der Tat wünscht.

In der Praxis zeigt sich, dass Verletzten von der Polizei häufig einfach ein Formblatt zur Unterschrift vorgelegt wird.

Eine Strafverfolgung ist aber auch ohne Strafantrag möglich, wenn die Staatsanwaltschaft das „besondere öffentliche Interesse“ bejaht.

Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung

Üblicherweise wird der Beschuldigte durch eine Vorladung von der Polizei von der Strafanzeige wegen fahrlässigen Körperverletzung in Kenntnis gesetzt. Möglich ist aber auch, dass direkt eine Anklage oder ein Strafbefehl zugestellt wird.

Auch hier gilt, dass der Beschuldigte nicht überstürzt handeln sollte, und insbesondere vor Akteneinsicht keine eigene Stellungnahme abgeben sollte.

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