Strafbefehl Einspruch Rechtsanwalt Strafverteidiger

Kein Anspruch auf Schmerzensgeld nach Unfalltod des Hundes

Werden bei einem Verkehrsunfall nahe Angehörige getötet, ist höchstrichterlich anerkannt, dass der Verlust eines Menschen einen eigenen Schmerzensgeldanspruch auslösen kann. Voraussetzung hierfür ist, dass dieser sog. „Schockschaden“ eine ärztlich feststellbare Gesundheitsbeeinträchtigung zur Folge hat. Die bloße Trauer genügt hierfür nicht. Vielmehr muss dem psychischen Leiden ein tatsächlicher Krankheitswert zukommen.

In dem Urteil vom 20.03.2012 hatte sich der Bundesgerichtshof (VI ZR 114/11) nun mit der Frage zu befassen, ob denn auch der Verlust eines Haustieres einen derartigen „Schockschaden“ und damit einen Schmerzensgeldanspruch auslösen kann. In dem zugrunde liegenden Sachverhalt wurde der Hund der Klägerin durch einen Unfall mit einem Traktor getötet, woraufhin diese schwere depressive Episoden erlitt, die medikamentös behandelt werden mussten.

Obwohl die psychischen Leiden der Klägerin ärztlich feststellbar waren, lehnte der BGH einen Anspruch der Klägerin auf Schmerzensgeld ab.

Er führt hierzu aus, dass die Grundsätze, aus denen sich Schadensersatzansprüche wegen der Verletzung von Menschen ergeben können, eng umgrenzt sind, und nicht auf die Tötung von Tieren ausgeweitet werden können. Die Tötung von Tieren kann nicht der Tötung von nahen Angehörigen gleichgestellt werden.