Freispruch vor dem Amtsgericht Borna

Meinem Mandanten wurde vorgeworfen, er hätte sich – ziemlich angetrunken – an einer Schlägerei in einem Mehrfamilienhaus beteiligt, und dabei sowohl zwei Frauen als auch einen Nachbarn verletzt.  Noch in der polizeilichen Zeugenvernehmung waren sich die geschädigten Frauen  sicher, dass mein Mandant sie geschlagen und auch getroffen hätte – schließlich hätten sie auch Verletzungen davon getragen. Beim Arzt waren sie jedoch nicht, und genauer beschreiben konnten sie die Verletzungen auch nicht.

Schon im Ermittlungsverfahren brachte die Aussage des unbeteiligten Nachbarn mehr Licht ins Dunkle: Es sei lediglich zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen, ein Gerangel. Geschlagen habe keiner – auch wurde niemand verletzt.

Noch vor der Hauptverhandlung hat sich heraus gestellt, dass die beiden Frauen meinen Mandanten an dem Tattag zu sich einluden, „um Party zu machen“. Daran vermochten sich die beiden Frauen – auch nach Vorhalt der entsprechenden SMS – nicht mehr erinnern. Insgesamt verstrickten sich beide zunehmend in Widersprüche, und auch von den Verletzungen rückten beide ab.
Schließlich schilderte der Nachbar erneut plastisch, dass es nie zu einer „Schlägerei“ gekommen ist, und er gar nicht wisse, wieso denn jetzt hier wegen einer angeblichen „gefährlichen Körperverletzung(§ 224 StGB) verhandelt wird.

Selbst die Staatsanwaltschaft war schließlich der Ansicht, dass eine Täterschaft nicht nachweisbar sein wird. Mein Mandant wurde freigesprochen.