Rechtsanwalt Vollmacht Vorlage

Freispruch nach Strafbefehl

Meinem Mandanten wurde vorgeworfen, eine Körperverletzung begangen zu haben. Er soll einen anderen in einer Gartenanlage geschlagen haben, wodurch sich dieser verletzt haben soll.

Die ermittelten Beweise waren – gelinde gesagt – eher dürftig. Der vermeintlich Geschädigte gab bei der polizeilichen Vernehmung in dramatischen Schilderungen an, er sei durch den Schlag in einen Straßengraben gestürzt. Zu einem Arzt ist er aber nicht gegangen.

Bei der Beschuldigtenvernehmung stritt mein Mandant jede Tatbeteiligung ab. Zwar hat es tatsächlich ein Streitgespräch zwischen beiden Beteiligten gegeben – zu einer tätlichen Auseinandersetzung ist es aber nicht gekommen. Das wäre schon in tatsächlicher  Hinsicht nicht möglich gewesen, da mein Mandant stets ca. 5 Meter von dem vermeintlich Geschädigten gestanden hat, und daher überhaupt niemanden geschlagen haben kann. Diese Variante wurde zudem noch von seiner Lebensgefährtin, die den gesamten Vorgang beobachten konnte, bestätigt.

Im Ergebnis stand es nach den polizeilichen Ermittlungen nicht nur „Aussage gegen Aussage“, sondern es stand auch noch eine Zeugin auf Seiten des Beschuldigten zur Verfügung.
Trotz dieser dürftigen Beweislage bejahte die Staatsanwaltschaft Leipzig die „überwiegende Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung“ und beantragte beim Amtsgericht den Erlass eines Strafbefehls gegen meinen Mandanten.

Gegen diesen Strafbefehl legte mein Mandant folgerichtig Einspruch ein. Es ging also in die Hauptverhandlung.
Bereits nach kurzer Zeit zeichnete sich ab, dass der Tatnachweis nicht geführt werden kann, und es nicht zu einer Verurteilung kommen sollte. Der vermeintlich Geschädigte verstrickte sich in Widersprüchen, konnte sich nicht daran erinnern, wie mein Mandant auf ihn zugekommen sein soll, und vermochte sich auch nicht mehr daran zu erinnern, auf welche Weise er geschlagen worden sein soll. Die geladene Zeugin bestätigte dann noch glaubhaft die Variante meines Mandanten.

Im Ergebnis war dann selbst die Staatsanwaltschaft nicht mehr von der Täterschaft meines Mandanten überzeugt. Dem konnte ich mich und das Gericht nur anschließen – mein Mandant wurde freigesprochen.