EuGH: Ankunft eines Flugzeugs erst mit Öffnen der Türen

04.09.2014|
  • Falsche Versicherung an Eides statt Strafe

Kommt es zu Flugausfällen oder erheblichen Flugverspätungen steht Reisenden nach einer EU-Verordnung (EU-VO 261/2004) eine Entschädigung zu. Eine sog. „erhebliche Verspätung“ liegt dann vor, wenn diese mehr als drei Stunden beträgt.

Im nun entschiedenen Fall des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) war die Frage zu klären, wie der Zeitpunkt der Verspätung zu bestimmen ist. Der Kläger trug vor, sein Flug habe eine Verspätung von mehr als drei Stunden gehabt, da das Flugzeit erst mit einer Verspätung von 3:03 Stunden seine endgültige Parkposition erreicht hat. Die beklagte Fluggesellschaft wandte ein, für die Bestimmung des Ankunftszeitpunkts ist allein maßgeblich, wann das Flugzeug auf der Landebahn aufsetzt. Danach haben die Räder des streitbefangenen Flugzeugs „nur“ mit einer Verspätung von 2:58 Stunden die Landebahn berührt, sodass noch keine Entschädigung zu zahlen wäre.

Mit Urteil vom 04.09.2014 entschied der EuGH (Az.: C-452/13) nun, dass es nur darauf ankommen kann, wann die „einschränkende Situation“ für den Fluggast endet. Dies sei gerade noch nicht dann gegeben, wenn die Räder auf die Landebahn aufsetzen, sondern erst wenn den Fluggästen das Verlassen des Flugzeugs gestattet sei, und dafür das Öffnen der Flugzeugtüren angeordnet werde. Die Fluggesellschaft hatte daher eine Entschädigung zu zahlen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar