Strafverteidigung Wohnungeinbruch

Einstellung nach Wohnungseinbruch

Einen nicht ganz alltäglichen Fall hatten wir mit unserem Mandanten am vergangenen Freitag vor dem Amtsgericht Döbeln zu verhandeln.

Vorwurf: Versuchter Wohnungseinbruch

Unser Mandant soll versucht haben, in das Haus seines Schwagers einzubrechen. Dabei soll er auch seine Schwägerin verletzt haben. Die Staatsanwaltschaft sah darin einen versuchten Wohnungseinbruchsdiebstahl sowie eine Körperverletzung – Es drohte damit eine Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten sowie die Eintragung im Führungszeugnis und der damit einhergehende Verlust des Arbeitsplatzes.

Das Besondere an diesem Verfahren war, dass sich unser Mandant lediglich einen schlechten Scherz erlaubt hat. Tatsächlich hatte er nie vor, irgendetwas zu stehlen. Auch die von der Polizei aus mehreren Kameraperspektiven abfotografierten Einbruchsspuren stellten sich bei genauerer Betrachtung als bloße Kratzer heraus. Ihm ging es allein darum, seine Verwandten zu erschrecken.

Dieser Spaß ist gehörig nach hinten losgegangen. Mit einer über den Kopf gezogenen Skimaske hantierte er an der Terrassentür herum, in der Hoffnung, sein Schwager würde die Tür öffnen. Als das misslang, klingelte er – immer noch mit einer Skimaske über dem Kopf – an der Haustür. Daraufhin öffnete ihm sein Schwägerin die Tür. Diese erschrak sich und fing lauthals an zu schreiben. In der folgenden Rangelei zog sich die Schwägerin unseres Mandanten kleinere Verletzungen zu.

Von dieser Situation überfordert, flüchtete unser Mandant – und verlor dabei sein Handy. Die Verletzten riefen die Polizei und erstatteten Strafanzeige.

Ergebnis: Verfahrenseinstellung

Kurze Zeit später stellte sich unser Mandant und gestand seine „Tat“ ein. Seine Verwandten versuchten zwar noch die Strafanzeige zurückzunehmen, die strafprozessuale Maschinerie lief allerdings schon auf vollen Touren: Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage vor dem Amtsgericht Döbeln.

Nach unserer Beauftragung und erfolgter Akteneinsicht, war es das oberste Ziel, von dem Vorwurf des Wohnungseinbruches wegzukommen, und das Verfahren insgesamt „geräuschlos“ zu erledigen.

Mitteilt einer abgestimmten Einlassung konnte das Amtsgericht davon überzeugt werden, dass zum einen kein Tatentschluss und zum anderen auch kein „unmittelbares Ansetzen“ zum Wohnungseinbruchsdiebstahl vorliegt. Die Verletzten bekundeten in der Hauptverhandlung erneut, dass sie keinerlei Strafverfolgungsinteresse hatten, und dass eine Schadenswiedergutmachung betrieben worden ist. Außerdem verstehe man sich wieder sehr gut und hat keine Probleme miteinander.

Das Verfahren wurde schließlich gegen eine geringe Geldauflage eingestellt.

Über das Verfahren berichteten u.a. die Sächsische Zeitung und die Freie Presse

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