„Bitte höflich!“

Die deutsche Amtssprache bei Gericht ist ja nun nicht gerade dafür bekannt, besonders reich an Emotionen zu sein. Das kennt man – das weiß man – daran hat man sich gewöhnt. Bei der Berliner Staatsanwaltschaft meint man aber, besonders schonend und wohlwollend mit auswärtigen Verteidigern umgehen zu müssen.
So entdeckte ich in einer mir heute übersandten Akte den Vermerk des leitenden Staatsanwalts an die Geschäftsstelle, mich noch einmal um die Übersendung eines Schriftsatzes zu bitten, da mein letztes Fax wohl nicht angekommen sei. Nun weiß ich nicht, welchen Schreibstil die Damen die Mitarbeiter bei der Geschäftsstelle sonst in ihren Anschreiben so pflegen, jedenfalls bat der Herr Staatsanwalt dieses (eine) Mal ausdrücklich um ein „höfliches Anschreiben“, und versah seinen Vermerk mit dem Hinweis: „Bitte höflich!“
Wenn allerdings das Anschreiben, das mir die Geschäftsstelle übersandte ein „höfliches“ Anschreiben sein sollte, dann will ich erst gar nicht ein Schreiben eines missgelaunten Geschäftsstellenmitarbeiters sehen…