Aus 6 mach 1

03.02.2017|
  • Vorschuss Kosten Strafverteidiger

Die Staatsanwaltschaft warf meiner Mandantin insgesamt fünf Betrügereien und ein Diebstahl vor. Sie soll die Geldbörse eines Freundes entwendet und mit der EC-Karte in verschiedenen Läden eingekauft haben.

Den Diebstahl der Geldbörse hat sie von vornherein eingeräumt. Sie stritt allerdings ab, die Geldkarte für Einkäufe verwendet zu haben. Meine Mandantin gab hierzu an, dass ihr die EC-Karte wiederum selbst gestohlen worden ist. Das mag zwar für die Ohren des zuständigen Staatsanwaltes befremdlich klingen – Nachweise dafür, dass meine Mandantin in irgendeiner Weise an den Einkäufen beteiligt gewesen ist, lagen allerdings auch nicht vor.

Die EC-Karte soll u.a. in verschiedenen Mode- und Bekleidungsläden eingesetzt worden sein. Da die Karte auf einen Mann ausgestellt war, wäre es spätestens an der Kasse aufgefallen, wenn eine Frau (!) die Karte vorlegt und zudem noch mit dem Namen eines Mannes (!) unterschreiben würde. Dass auch ausschließlich Herren-Bekleidung gekauft worden ist, ist da schon nur nebensächlich.

Da aber nicht sein kann, was nicht sein darf, wurde vor dem Amtsgericht Leipzig angeklagt. Die vorsitzende Richterin wies schon bei Beginn des Prozesses darauf hin, dass sie – nach der erneuten Einlassung der Angeklagten – die Anklage nicht in allen Punkten nachvollziehen kann. Auch die Beweisaufnahme brachte keine neuen Erkenntnisse.

So stand das Ergebnis der Verhandlung schon nach recht kurzer Zeit fest: Freispruch in fünf von sechs Anklagepunkten.

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